Warum wir 2015 eingestiegen sind
Im Februar 2014 wurde Satya Nadella zum CEO ernannt. Die Branche war skeptisch – „zu Microsoft-typisch“ lautete das Urteil. Wir haben ab Mitte 2015 Position aufgebaut, weil sich abzeichnete, dass Nadella drei strukturelle Wenden vollziehen würde, die der Markt nicht eingepreist hatte.
Erstens: die Cloud-First-Strategie mit Azure als ernsthaftem AWS-Konkurrent (statt Office365 als isoliertes Cash-Cow-Produkt). Zweitens: die Subscription-Transformation von Office (Office 365) – ein Wechsel von Lizenz-Verkauf zu wiederkehrenden Erträgen. Drittens: die Akquisitions-Strategie (LinkedIn, GitHub, ZeniMax) als gezielte Plattform-Erweiterung statt M&A-Showpiece.
Bei Aktienkursen um 45 USD und Forward-KGV ~17× war das eine Position mit hohem Margin of Safety – falls die Wenden nicht greifen würden, war Microsoft auch als „alte Microsoft“ nicht teuer.
Der Moat: Switching Costs auf drei Ebenen
Microsoft hat einen der robustesten Moats im Tech-Sektor – Switching Costs auf Endnutzer-Ebene (Office, Excel, Outlook), auf IT-Admin-Ebene (Active Directory, Azure AD, Intune) und auf Entwickler-Ebene (Visual Studio, GitHub, .NET, Copilot). Diese drei Schichten greifen ineinander – ein CIO, der von Microsoft weg will, muss auf allen drei Ebenen migrieren.
Empirisch zeigt sich: Die Net Revenue Retention bei Azure und Microsoft 365 liegt seit Jahren konstant über 110 % – das heißt, Bestandskunden geben jedes Jahr mehr Geld aus als im Vorjahr, ohne dass die Vertriebskosten steigen müssen. Das ist Pricing Power in reinster Form.
Azure ist nicht der Frontrunner – sondern der profitabelste
AWS ist Marktführer in der Public Cloud – aber Azure ist profitabler. Azures-Operating-Margin liegt typischerweise leicht über AWS, weil die Microsoft-eigenen Workloads (Office 365, Dynamics, GitHub Actions) on-top auf Azure laufen und damit Cross-Sell-Effekte haben.
Strategisch ist das genau die Position, die wir bei Investments suchen: nicht der lauteste Marktführer, sondern derjenige, der pro investiertem Euro den höchsten Return erzielt. Das ist langfristig das robustere Geschäft.
Was die KI-Transformation für Microsoft bedeutet
Microsoft hat OpenAI früh strategisch gekoppelt – Investitionen, Cloud-Exklusivität, Copilot-Integration in Office und GitHub. Das macht Microsoft zu einem der wenigen Großkonzerne, der auf KI-Side strukturell zu Recht „long“ ist.
Für die Aktien-These bedeutet das: Operating Leverage durch Azure-AI-Workloads (sehr hoher Compute-Bedarf wandert in Microsoft-eigene Margin-Struktur), zusätzliche Pricing Power durch Copilot-SKUs (höhere Abo-Preise pro User) und ein Moats-Verstärker auf Entwickler-Ebene (GitHub Copilot dominiert die Entwickler-AI-Tools-Landschaft).
Heutige Bewertung: nicht billig, aber gerechtfertigt
Microsoft handelt heute bei einem Forward-KGV um 30× – das ist nicht „billig“. Aber: bei einem nachhaltigen FCF-Wachstum von 12–15 % p. a., ROIC > 30 % und einer Net Revenue Retention > 110 % ist diese Bewertung mathematisch zu rechtfertigen.
Wir verkaufen nicht, weil die Methodik weiter erfüllt ist (12 von 12 Kennzahlen). Wenn die Bewertung über 40× steigen würde ohne weitere Margin-Expansion, würden wir Teilverkäufe prüfen.
Häufige Fragen zu Microsoft
Antworten zu den häufigsten Fragen rund um diese Position.
Disclaimer. Diese Case-Study beschreibt eine Position im AlleAktien-Investors-Musterdepot. Sie ist Bildung, keine individuelle Anlageempfehlung. Die Aktie Microsoft (MSFT) kann zu jedem Zeitpunkt erheblich an Wert verlieren. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Performance.
Methodik im Detail anwenden
Diese Analyse folgt unserer 12-Kennzahlen-Methodik. Wenn Sie diese Methodik selbst auf Ihre Aktien anwenden möchten – inklusive Live-Mentoring – ist AlleAktien Investors die richtige nächste Stufe.
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